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13.11.2019 : 0:12 : +0100

 

 

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Der Spielmannszug aus Mexiko

Alle Jahre wieder stellt sich die Frage: Was sollen wir an Fastnacht anziehen? Bereits im Spätsommer 2008 fiel die Entscheidung. Da Jochen öfters aus beruflichen Gründen in Mexiko weilt, waren wir uns schnell einig -  „Wir gehen als Mexikaner!“ Selbstverständlich mit echten Sombreros und Ponchos. So brachte Jochen zum Pfälzer Abend im Herbst vergangenen Jahres bereits die ersten Probeexemplare mit. Nachdem sich dann in den folgenden Wochen die Damen und Herren Spielleute mehr oder weniger erklärt hatten, ob sie an Fastnacht mitgehen, konnte die Beschaffung in ihr entscheidendes Stadium treten – Motto: Lasst das mal den Jochen machen! In der zweiten Januarwoche war er wieder in Mexiko und machte sich auf den Weg zu einem mexikanischen Markt, um Hüte und Umhänge zu besorgen. Das hat dann auch gut geklappt. Doch wie bringt man das ganze Zeug, immerhin ein ganzer Kofferraum voll, nun nach Deutschland. Jochens Anfrage bei FedEx führte bei ihm fast zum Herzstillstand, denn die wollten für die Sendung nur läppische 3.500 Dollar abkassieren. Lange Rede kurzer Sinn, Jochen hat den Transport dann mit Hilfe seiner mitgereisten Arbeitskolleginnen und  -kollegen gemeistert. Diesem Team „Kleiderbeschaffung in Mexiko“ sei ein ganz herzliches Dankeschön gesagt.

Da die Umhänge jedoch kopflochlos waren, musste für die Zierde der musikalischen Revuekörper jeweils ein Durchschlupf geschaffen werden. Das hat dann die Chefin in die Hand genommen. Zu ihrem Leidwesen ging das Einschneiden zwar ganz einfach, da aber dabei die Längswebfäden durchgetrennt wurden, ihr als “web“erfahrene Musiker könnt das sicher nachvollziehen, löste sich der Umhang nach und nach auf und brachte sie auf die Palme. Daher musste Gudrun sich etwas einfallen lassen. Folgend war sie fast 3 Tage ununterbrochen am Schneiden und Nähen. Hungernde Kinder, ein zum Nähladen umfunktioniertes Wohnzimmer und ein nach dem Stoff riechendes Haus, Hiltrud und Carmen können es bezeugen, waren die Folge. Aber das Ergebnis konnte und kann sich sehen lassen. Hierfür geht ein ganz ganz dickes Dankeschön an Gudrun. Einen Ausgleich für diese Arbeit schaffte sie sich dann mit dem Modellieren der Kakteen, die unseren Wagen beim Umzug zierten -  einfach super.

Parallel zur Beschaffungsaktion lief das Projekt Trommlerkorps. Monika, Hiltrud, Carmen, Lisa und Helena ließen Woche für Woche das Vereinsheim erbeben. Von Anneliese bis Military, von Schildkröte bis Ringelnatter – gnadenlos wurden die Felle der Landsknechtstrommeln sowie, zumindest ein wenig, das Gehör und die Nerven des Ausbilders malträtiert. Jürgen und Matthias nahmen mit ihrem „Hightech Equipment“, so nennt man das ja heute, sogar eine CD auf, damit die Damen zu Hause üben konnten. Danke Jungs. Bleibt zu sagen, Mädels, es hat sich gelohnt. Ihr wart klasse, eine echte Bereicherung in jeder Beziehung und der Chef vom Ganzen ist wohl ganz schön stolz auf euch.

Eine Verstärkung anderer Art tat sich bei den Flöten auf. Wir erhielten Unterstützung von unserer ehemaligen Mitspielerin Sonja Tröger. Ja, wer ist denn das? Also, die Sonja hieß früher Rumpf, ist die Tochter von der Heidi, die beim TV die Mittwochsgruppe leitet, und wohnt in Filderstadt. Kurz gesagt, Sonja wollte mal wieder Flöte spielen. Ich habe ihr Noten und Flöte zum Üben geschickt und – es hat wunderbar geklappt und es hat ihr und uns sicherlich Spaß gemacht. Von dieser Stelle liebe Grüße an Sonja und ein großes Dankeschön. Wir würden uns freuen, wenn du im nächsten Jahr wieder mit dabei wärst.

Am Fastnachtssamstag startete gegen 11:11 Uhr das Projekt Wagenbau.  Ein wegen der misslungenen Generalprobe und weiterer Krankschreibung deprimierter Obermacher hatte schon vor 11 Uhr beim ungeduldigen Warten auf die Kreativtruppe die Nerven gewisser Mitbewohner strapaziert. Chefdesignerin Ines war vorbildlich pünktlich zur Stelle und dann schritt man (und Frau) unter den gedachten Klängen des Narhalla-Marsches zur Sache, sagen wir „medias in res“ (Anm.: Ist eine sogen. altenhofenistische Phrase). Nach und nach trafen dann Frank, Matthias, Lisa, und Michael ein, der dann nachmittags noch den Wein besorgte. Getreu dem Motto, einer arbeitet, der Rest trägt die Verantwortung und kommt seiner beratenden Funktion nach, nahm der Wagen Gestalt an. Eine echte Herausforderung bildete zweifelsohne die Einpflanzung der Kakteen. Gerade Lisa zeigte dabei ein gewisses Geschick. Matthias`s sparsamer Umgang mit dem teuren Sprühkleber und seine filigrane Bearbeitung des Kakteensandes sind lobenswert hervorzuheben. Leute, trotz des miesen Wetters und niedriger Spesen, eine tolle Leistung. Nicht unerwähnt bleiben sollen unser Kanonier Laurenz, der das ganze Jahr über an der Verbesserung seiner BumBum arbeitet und unser Marketender Ulrich, genannt “El ranchero grande ��?. Auch euch beiden ein dickes Lob.

Ein herzliches Dankeschön geht an Familie Krollmann für das Zugvorbereitungsquartier, mit Heizpilz, Sitzgelegenheit und Fastnachtsdekoration. Dankesworte gelten ebenso Ute, Ines, Pia und Susanne für das Schminken. Erwähnt sei noch ein Ereignis zu Beginn des Umzuges. Ein echter Gau – die mit viel Herzblut am Paukentransportgerät befestigte Pauke hatte offensichtlich die Nase voll und setzte sich in Richtung Boden in Bewegung.  Willibald lies aber deswegen nicht den Kopf hängen, hatte es doch hauptsächlich das arme Becken getroffen. Abhilfe schufen dann stabile Kabelbinder von Susanne, Überbleibsel eines graziösen Fastnachtsmieders. Willis Vorsatz - im nächsten Jahr kommen gleich nicht-delphische Kabelbinder zum Einsatz.

Der Zug lief dann prima. Aber das Marschieren? Es muss kein Stechschritt sein, ist ja eher Frauensache - aber einfach links und rechts - Leute, da müssen wir daran arbeiten und ich sehe, das wird eine echte Baustelle. Nun zum Ende.  Der Zug lief gut, der Abschluss in der Halle war prima und der Kehraus im TV Heim war wie immer nicht zu übertreffen.

Sollte nun jemanden bei diesem Dankreigen vergessen worden sein, wird um Nachsicht gebeten. Was nach außen hin alles so einfach aussieht, bedarf vieler Mütter bzw. Väter. Nur, die müssen halt da sein. So geht mein herzliches Danke besonders an alle, die durch einen Beitrag, ob nun groß oder klein, zum Gelingen der Aktion „Mexiko“ beigetragen haben und gleichermaßen an euch alle für euren Einsatz. Mehr braucht nicht gesagt zu werden. Schaut euch einfach das Bild von Monika in der Zeitung an - genießt es und lasst euch den dazugehörenden Text „auf der Zunge zergehen“.