Sie sind hier: Termine > vergangene Termine > Neujahrsempfang 2011
DeutschEnglishFrancais
19.9.2019 : 12:22 : +0200

„Stets jung und dynamisch“

Zahlreiche Mitglieder des TV Weiler durften sich über Ehrungen freuen. Foto: Jochen Werner

Turnverein 1886 Weiler feiert sein 125-jähriges Bestehen

„Ein solches Jubiläum muss richtig gefeiert werden“, eröffnete der Vorsitzende Dietmar Braun die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des Turnvereins 1886 Weiler. Damit dazu auch ausreichend Gelegenheit besteht und keine Zeit verstreicht, feierte man den Festakt zusammen mit dem Neujahrsempfang in der Rhein-Nahe-Halle. Clarissa Müller, die charmant durch das Programm führte, stellte logischerweise fest, dass in Weiler und speziell beim TV das ganze Jahr ein Fest sei.

Gegründet im selben Jahr, in dem in den USA Coca-Cola als Medizin zugelassen wurde, Carl-Benz sein Automobilpatent anmeldete und Ludwig II. von Bayern im Starnberger See sein Ende fand, engagieren und identifizieren sich heute 563 Mitglieder in sechs Abteilungen im TV Weiler. Stolz sein können die Turnschwestern und -brüder auf ihren Verein und auf den Spielmannszug, als dessen bedeutender Teil, der ebenfalls Jubiläum feiert und 120 Jahre jung ist.

Vereinsmitglied Karl-Heinz Heinrich nahm in seiner Festansprache die Gäste mit auf eine „Zeitreise“. Angefangen beim „Turnvater“ Jahn sei Turnen immer mehr gewesen als bloße körperliche Ertüchtigung, nämlich die Bildung des Menschen in seiner Gesamtheit. Turner bildeten eine Wertegemeinschaft, in der Sozialisation seit jeher zentraler Begriff sei. In der 125-jährigen Vereinsgeschichte spiegele sich die gesellschaftliche Entwicklung mit allen Höhen und Tiefen wider. Von der Gründung über die Fahnenweihe 1891, dem Wiederaufbau nach den Kriegen, dem Streit zwischen Jugendlichen und Honoratioren in der 68er-Bewegung. Mit der Einführung der „Hausfrauengymnastik“, aus der sich das Frauenturnen entwickelte, mit Aufstieg und Fall der Tischtennis-Abteilung, mit dem Aufschwung nach dem Bau der Rhein-Nahe-Halle 1980. Und schließlich mit der Einweihung des TV-Heims im Mai 1990, auf dessen Bau man im Verein besonders stolz ist, wurde der doch ausschließlich aus eigenen Mitteln und ohne alle Zuschüsse geleistet.

Auch heute, so Heinrich, würden sich alle gesellschaftlichen Entwicklungen und Problemstellungen auf den Verein niederschlagen. Der demographische Wandel, die Änderungen im Bildungssystem und die Schwierigkeiten in der Frage der Übungsleiter- und Sportstätten-Findung machten es dem Verein nicht leicht. Wettkampfbezogene Sportspiele seien in Weiler leider nicht möglich, bedauerte Heinrich und richtete damit gleichzeitig einen Appell an die Gemeinde, dies zu ändern. In der Zukunft müssten die Bürger die Wichtigkeit des Sports erkennen und zur Förderung des Gemeinwohls die Angebote wahrnehmen. Umgekehrt sei der TV gefordert, sich gesundheits- und freizeitmäßig anzustrengen.

125 Jahre seien ein Jubiläum, das stolz machen könne, dankte Bürgermeister Erwin Owtscharenko dem „unverzichtbaren Bestandteil der Gemeinde“ und all denen, die sich engagieren, damit besonders die Kinder etwas fürs Leben lernen: Konkurrenz, Disziplin, Selbstüberwindung, Kameradschaft und das „Wir“-Gefühl. Ganz schön alt geworden und dabei immer jung und dynamisch geblieben sei der TV, lobte Verbandschef Franz-Josef Riediger die dank vieler Ehrenamtlicher gelebte Gemeinschaft: Es sei ein ganz besonderer Verein mit einem „liebenswerten Charakter“.

Von Jochen Werner

Ehrungen

Vom Turngau Bingen (durch dessen Ehrenvorsitzenden Toni Gumbrich):
Heidemarie Rumpf und Manfred Neumann.

Vom Rheinhessischen Turnerbundes (durch Vizepräsident Michael Hüttner):
Ulrike Neumann, Erdmute Braun und Lieselotte Karl.

Vom Sportbund Rheinhessen (durch Vizepräsident Reinhold Heinz):
Willi Merk, Walter Neumann, Gudrun Heinrich und Josef Krollmann

Vom Landessportbund Rheinland-Pfalz (durch Reinhold Heinz):
Karl-Heinz Heinrich (Ehrenplakette) und Dietmar Braun (Goldene Ehrennadel).